Andy Kneitinger und seiner Band Illegal I ist ein beachtenswerter Wurf gelungen. Mit dem  benannten Song "Voice of Resistance" prangert der Frontmann die allgegenwärtige Rücksichtslosigkeit der Menschheit an. Rock´ n´ Roll als Mittel zum Widerstand gegen Rassismus, Intoleranz und Gleichgültigkeit kommt nicht aus der Mode. Rock´n ´Roll ist vielschichtig, sogar mit funkigen Parts immer noch rockig. Unterlegt mit historischen Aufnahmen des Zeitgeschehens macht das Video deutlich, dass sich in den zurückliegenden Jahren doch wenig geändert hat. Freiheit, der Meinung wie der Person, ist keine Selbstverständlichkeit sondern muss stets neu erkämpft werden. Schwermütig wird der Song dennoch nicht, dazu ist Andy´s Stimmfarbe auch nicht morbid genug. 
Inhaltlich wie  musikalisch haben die Mannen um und mit Andy Kneitinger ein Werk geschaffen, das immer aktuell bleibt. Und sogar noch besser wird, je öfter man es sich anhört.                                                                                                                                                   JB.                                                                                                                                     

HAMMERSCHMITT verkünden AUS!

Am 18. Mai wurde es in den sozialen Netzwerken publik gemacht. Die Band HAMMERSCHMITT löst sich auf.

Gitarrist Gernot Kroiß äußerte sich zu den Gründen. Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen eines ihrer Mitglieder, Bandproben auf körperlicher Tuchfühlung, die schwierige Lage der Live- Auftritte dank Corona im Allgemeinen. Und HAMMERSCHMITT gäbe es nur so, wie sie eben seien. 

HAMMERSCHMITT hat es auf rund 30 Jahre Bandgeschichte gebracht. Nach einigen Wandlungen wie die Umbenennung von Pierrot 1997, die Abkehr von deutschen Texten hin zu den englischen verbunden mit eigenen Songs, stand HAMMERSCHMITT für straighten Hardrock Made in Germany.

Es gelang ihnen eine internationale Fangemeine aufzubauen. Europaweite Touren mit Chambre- Größen wie SERIOUS BLACK ließen die 5 Freunde das späte Glück der erfolgreichen Rocker leben. 

Nach etwas längerer Schaffenspause konnte im Herbst 2019 die Release- Party in Eddy´s Rockclub für die CD „Dr. Evel“ gefeiert werden. Mit dem Label MASSACRE Records und den OGM Studios wurde auf höchstem Niveau gearbeitet. Das zeigte sich mit „Dr. Evel“ und kam punktgenau zum 20- jährigen Album- Jubiläum.  

Das Konzert im BACKSTAGE im Oktober 2019 kann als der Zenit ihrer Auftritte bezeichnet werden. Es herrschte eine beseelte, fast magische Atmosphäre.  Die HAMMERSCHMITTs verstanden eben, auch persönlich als Menschen zu überzeugen und das war deutlich im ehrwürdigen Saal zu verspüren. 

So mancher Anwesende munkelte, dass dieser Gig auch das Abschiedskonzert hätte sein können. Alles nur Schwarzmalerei?    

Tatsächlich hätte die Band kaum einen besseren Zeitpunkt finden können, als sich im Mai 2020 zu verabschieden. Der Höhepunkt des künstlerischen Schaffens schien erreicht, emotional und musikalisch nur schwer zu steigern.

Ein kluger und auch mutiger Schritt. So bleibt die Wehmut der Fans, der sehnsuchtsvolle Rückblick.  Dieser Abgang kann ein Signal für so mach andere Band bedeuten. Besser jetzt die Reißleine zu ziehen, als irgendwann sang- und klanglos in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden.

HAMMERSCHMITT wird der Rockszene fehlen. Musikalisch wie menschlich.    

                                                                                                                                                                                  JB

Am Münchner Musikhimmel tut sich was. Für nicht ganz eingefleischte Rock- Fans ist die Band MAGICAL HEART vielleicht noch kein Begriff, das kann sich jedoch schnell ändern.
Die Musiker selbst sind seit vielen Jahren auf Bühnen und im Studio unterwegs und verfügen über einen entsprechenden Erfahrungsschatz. 
Anlässlich Ihrer Debut- CD- Veröffentlichung von „ANOTHER WONDERLAND“ am 1. Juni 2018 und dem dazugehörenden Konzert im Backstage in München gibt es hier ein Vorab- Interview mit den Musikern. 
       
Wie fühlt ihr euch aktuell als Band? Erliegt ihr einem Hype oder ist die Situation für euch eher unaufgeregt?
Wir haben alle nicht damit gerechnet, dass unser Debutalbum derart guten Anklang – bei den Fans als auch bei der Presse – findet. Wir sind daher positiv aufgeregt, was jetzt so alles noch kommen mag.
 
Wieviel Zeit investiert ihr in eure Gigs, die die Produktion und Release- Vorbereitungen?
Wenn man unter professionellen Bedingungen, und damit meine ich sämtliche Produktionsprozesse und deren Vorbereitung nebst Proben etc…arbeitet, dann geht eine Menge Zeit ins Land, welche wir wiederum gerne bereit sind, zu investieren. Denn wir alle verfolgen das gleiche Ziel.
 
Was bleibt fürs Privatleben oder / und den Hauptberuf?
Naja, wir alle achten schon darauf, dass das Privatleben nicht allzu sehr darunter leidet. Oder besser gesagt: wir haben einen sehr leidensfähigen Freundeskreis und verständnisvolle Familien.
 
Wie hat sich die musikalische Lage in finanzieller Hinsicht – verglichen mit euren Erfahrungen aus anderen Bandprojekten der Vergangenheit (vor Streaming z.B.) – verbessert oder ist sie angespannter? 
Grundsätzlich sehen wir die sogenannten Online- und social- Medias als einen wichtigen und nicht mehr wegzudenkenden Zweig. Schließlich ist heute eine Vernetzung in Sekundenschnelle möglich. Dennoch sind uns CD- Verkäufe innerhalb unserer Konzerte und der Austausch mit den Fans noch wichtiger, da das einen persönlichen Charakter hat.

Wie habt ihr den Ausstieg von Charly Barth als Drummer verkraftet und den übergangslosen Einstieg von Kilian Kellner (kein unbeschriebenes Blatt / Newcomer- Contest 2018 Platz 8 – weltweit) bewerkstelligt? 
Der Verlust eines guten Freundes und Bandkollegen ist immer sehr traurig. Dennoch bietet der Neuanfang auch gewisse Chancen. Mit Kilian haben wir einen ebenbürtigen Ersatz   für Charly gefunden. Er ist ein toller Typ, der alles mitbringt und der auch noch den Altersdurchschnitt innerhalb der Band deutlich senkt. 
 
Ihr seid in mehreren Combos (T.O.M.P, HAMMERSCHMITT) engagiert. Woher nehmt ihr die Inspiration und welche Vorbilder habt ihr? 
Irgendwann kommt der Punkt, so hofft man mit fortschreitendem Alter, an dem man seinen eigenen Sound gefunden hat. In zahlreichen vorhergehenden Stationen wurden unterschiedliche Musikstile und – Richtungen abgegrast. Dabei haben sich natürlich sehr viele, unterschiedliche Vorbilder ergeben. Jetzt hier alle aufzuzählen würde den Rahmen deutlich sprengen.
 
Wie seht ihr die aktuelle Lage der Metall- Szene in München und deutschlandweit?
Genau DAS wollen wir zusammen rausfinden. Mit unserer Musik in der heutigen Zeit! Und nicht nur in München oder deutschlandweit, wir wollen raus!  Definitiv ist die Rockmusik wieder im Kommen, die „alten Hasen“ zeigen es ja gerade sowas von…, dass es nicht nur Hip-Hop und Schlager gibt (lacht).
Und jetzt sind WIR da und wollen auch mal mitmischen (lacht)     
                                                                   
Habt ihr aktuell Tourneepläne? Insbesondere nach dem CD- Release?
Aktuell sind wir in Planung eine kleine Tour durch Deutschland auf die Beine zu stellen. Aber auch als Support- Act können wir uns sehr gut vorstellen, die Bühnen Europas zu erobern. Gespräche hierzu laufen bereits. Also seid gespannt, denn es wird sich in den kommenden Wochen einiges tun.

Urlaub?
Was wir tun, ist Urlaub! 
                                                                                                                                               JB 

 

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Review zur PWU Rocknacht am 15.02.2020


Was für eine gelungene Party!

6 Bands in 6 Stunden, das war ein dickes Brett, welches es zu bohren galt. Die Back Line wurde von allen Musikern genutzt und dadurch konnten ein paar technische Schwierigkeiten nicht ausbleiben.  Als erfahrene Bühnenkenner haben sich die Bands nicht aus der Ruhe bringen lassen, schließlich wars eine Benefiz- Veranstaltung und die Laune prächtig.  Und eine Live- Veranstaltung ohne Macken ist auch lange nicht so unterhaltsam.   

Als Opener war AS IT RAINS am Start. Punkt 18 Uhr starteten sie mit DUALITY. Der Saal des Bürgerhauses war bereits gut besucht. Viele kleinere Kinder, mit Gehörschutz ausgestattet, fieberten mit ihren großen Helden. Diese sind bei AS IT RAINS selbst noch im schulpflichtigen Alter oder knapp darüber hinaus. Das spielte jedoch keine Rolle. Sehr gekonnt an den Instrumenten, mit knackigen Gitarrenriffs geschmückt und von einem glasklaren Gesang ihrer Frontfrau Ashanti gekrönt. À la Three doors down wurden die eigenen Songs rausgehauen. DEMONS DRESS und NO ONE LEFT ließen die Ohren fliegen. FALE kam -nur mit Western Gitarre und Sologesang - als Ballade daher. Melancholisch und schön.  Zum Abschluss folgten der neue Song ACID RAIN und RIVERSIDE. Eine super Stimmung kam auf, das Gekreische und Gejohle der mitgereisten Fanbase zeigte den Youngsters, dass sie an diesem Abend alles richtig gemacht hatten.

Nach kurzem Umbau schlossen sich Toibi 4.7, Hauptschuipunk, dem weiteren Programm an.  Mit diesen Jungs war der Spaß vorprogrammiert. Stilistisch sind sie eine Mischung aus der Spider Murphy Gang und den Toten Hosen. Mit einem Einspieler von Gerhard Polt betraten sie die Bühne. Das konnte nur a Gaudi werden. Bei MANUEL NEUER flogen die erhofften Gummibälle in Groß und Klein – von der Bühne aus geschossen – durch die Menge. Dass Frontmann Tobi nicht der begnadetste Sänger des Universums ist, spielte überhaupt keine Rolle. Spätestens bei TELEFON, MEI IS DES LEM SCHE auf der Steirischen, I STEH AUF DI und SCHEIßE TRETN grinste und lachte das Publikum um die WetteA fetzn Gaudi wars, bravo Buam!  

DIGITAL VINYLS machten nach 15 Minuten Umbaupause weiter. Ein strammer Ablaufplan war einzuhalten, den auch „Bandpapa“ Dirk wiederholt erwähnte. Als Heart- Rock Band mit gesangsstarker Frontfrau Steffi und Schlagzeugerin Dörte waren relaxtere Töne angesagt. WAKE UP, KEEP ON ROCKIN´ TONIGHT. Das waren solide gespielte Nummern. Als Highlight kam DON´T JUDGE daher.  Düster, schwer, langsam. Es klang richtig gut. Das Gefühl, die Band spiele mit angezogener Handbremse, blieb dennoch. Trotz aller musikalischer Qualität der Bandmitglieder. Mit MILKY WAY als letzter Song zeigte sich die Band als das, was sie sind. Herzlich, sympathisch, nett. Die ins Publikum geworfenen – auch den Kindern in der ersten Reihe überreichten -  Milky Way Süßigkeiten kamen sehr gut an. Der selbstgewählte „Heart Rock Style“ traf hier ins Schwarze.   
     

Endlich. Das lange Warten hatte ein Ende.  Alle zitterte diesem Moment entgegen: MAGICAL HEART waren am Start. Fans aus vielen Ecken Deutschlands kamen angereist. Der Saal war gefüllt, die Stimmung kochte auf dem Höhepunkt. Sänger und Frontmann Urmel zeigte sich hingerissen von der Bühne, dem Publikum und der Ehre, in seiner Wahlheimat zusammen mit dem Unterföhringer Urgestein Gernot Kroiß auftreten zu dürfen. Wer von dieser geballten Energie nicht mitgerissen wurde, konnte nur selbst schuld sein. Mit SHADOW aus der aktuellen CD wurde begonnen, übergangslos gings mit MAGIC, ANOTHER WONDERLAND und OCEAN weiter. Urmel agierte als Stimmungsmacher. Er riss die Arme in die Luft und animierte die Menschmenge zum Mitmachen. Dem konnte sich kaum jemand entziehen. Als Urmel zwischendurch den Text vergaß, war das nicht weiter schlimm. Eher erheiternd.  Das sei eben LIVE, kommentierte Urmel zurecht.  WE ARE NOT LOST, die hoffnungsvolle und abschließende Botschaft von MAGICAL HEART an alle Anwesende. Ganz sicher ist das. Mit dieser Voll- Profi- Band an der Seite wird es immer Hoffnung geben!       

Bevor die echten Hard- Rocker BOARISCH STEEL das Schwein fliegen ließen, meldete sich Hausherr und Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer zu Wort. Ein dickes Lob richtete Kemmelmeyer an die Veranstalter seiner PWU- Partei im Rahmen dieser PWU- Rocknacht und dankte auch dem Geburtstagskind des Abends für seinen Einsatz. Am Mischpult stehend und regelnd ließ sich Anika zum 21. Geburtstag beglückwünschen.  

BOARISCH STEEL. Hier ist der Name Programm. Die schweren Jungs traten an den Gitarren mit 2 Flying Vs an. Somit war die Message klar. Das konnte nur heavy werden. Mit TURBO LOVER starteten die Herren die Maschine und sorgten zugleich für headbangendes Mitfeiern der Zuschauer. SOLID BALL OF ROCK, HOUNDS OF JUSTICE und FROM WHOM THE BELL TOLLS zeigten, welcher Hammer hier geschwungen wurde. Die Klangqualität kam beachtlich sauber rüber und die Freude über das Gelieferte war den Musikern deutlich anzusehen. ACE OF SPADES und PRINCESS OF THE DAWN, beide richtig fetzig und dreckig gut gespielt, rissen den letzten Zuhörer vom nicht vorhandenen Stuhl. Leider streikte anschließend kurz die Technik, sodass eine Kunstpause Frontmann Markus in eine Allein- Unterhalter- Rolle zwängte. Mit Fragen zum Stand der Bundesliga- und des 60ger Spiels gingen die Minuten des Wartens auch so vorbei. WARRIORS OF THE WORLD und FEAR OF THE DARK ließen den Zwischenstopp schnell vergessen. Die Setliste des Abends war somit abgearbeitet und die harten Kerle konnten sich verdientermaßen ihrer mitgebrachten Getränke widmen.   
  

Um die Härte der Musik zu steigern fehlte nur noch eine Band: HELL INC. Im Vorraum des Saals war die deutliche Zunahme der weiblichen Fangemeinde zu verzeichnen. Diese sicherten sich auch zügig die erste Reihe am Absperrgitter im Saal und gab selbige während der gesamten Show nicht mehr her. HELL INC. ist die ganz schwarze Fraktion unter den schwarz gekleideten Matlern. Angekündigt wurden sie mit dem Hinweis, dass jetzt die Zeit gekommen sei, die Kinder wegzusperren. Ganz so schlimm wurde es jedoch nicht. Es wurden LET IT DIE, INSANE, WASTELAND, MY KINGDOME COME von der aktuellen CD aus 2014 ausgepackt. Laut eigener Aussage ist das immer noch die aktuelle und bisher einzige CD. Dieser schnelle, düstere Metal wurde mit unglaublicher Präzision dargeboten und zeigte sich als echter Ohrenschmaus. Wie wuchtig die Musiker zu Gange waren bewies auch die aus dem Body des Basses gerissene Schraube für die Gurthalterung. Bassist Philipp ließ sich davon nicht ablenken und spielte knieend ohne Gurt weiter. Der Ersatzbass war wohl keine echte Alternative, deshalb bliebs dann bei der gurtlosen Version bis zum Ende des Gigs. Gerdi´s Gesang verwunderte und beeindruckte aufs Neue. Wie aus einem so zierlichen Mann eine derartig kernig wuchtige Stimme entspringen kann ist immer wieder erstaunlich. Leicht wie die Derwische sausten die Musiker über die Bühne. Drehten sich im Kreis, schwangen die Gitarren und das Mikro und nutzten dabei die gesamte Bühnenfläche zum Austoben. Vollgas pur war das Motto. Spannend zu beobachten und toll anzuhören.

Alles hat ein Ende, so auch kurz nach Mittnacht die PWU- Rocknacht des Jahres 2020. Es war ein wirklich stimmiger Abend, der eine so gute Atmosphäre erzeugte, dass sich alle Anwesenden und Künstler bereits jetzt auf die nächste Rocknacht im Jahr 2022 freuen. In diesem Sinn: keep on rockin´!                                                                                    JB. 

     

 




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